Neu an der Schule, eben erst einigermaßen vertraut geworden mit den meisten Räumlichkeiten und Abläufen in Sankt-Matthias, da dauerte es nicht lange bis ich von Hans Bobe die etwas zunächst nebensächlich klingende Frage gestellt bekommen habe: „Spielst du ein Instrument?“ „Ja“, sagte ich, „Altsaxophon.“ „Super, wir suchen Leute für die Schulband. Wenn du Lust hast, wir proben immer am Montag, komm einfach vorbei.“ Ok, dachte ich mir, schau ich mir das einfach mal an – zugegeben etwas unsicher, ob ich mit meinen Blasorchestererfahrungen hierfür geeignet bin. Der erste Probenbesuch offenbarte mir dann: Oha, hier herrscht eine andere Tonart. Ein zunächst etwas chaotische wirkender Haufen, Schüler, Lehrer, versammelt in einem sehr kleinen Raum, jeder sucht sich Platz, wo er kann. Ein Schlagzeug, das fast ein Viertel des Raums einnimmt, kein Dirigent… „Schau einfach, wo du mitspielen kannst oder magst, du findest dich dann schon rein“ – na ob das funktioniert? Dann der erste Song: Ein Schlagzeuger, der sein Handwerk wirklich versteht, Gitarristen, bei denen man merkt, Gefühl ist da, auch wenn nicht jeder Griff immer sitzt. Macht nichts, die Truppe hat Spaß und hat auch was drauf. Unchain my heart wird angestimmt, und der Gesang der Damen und Kostas Stimme offenbaren, dass hier echte Musikliebhaber am Werk sind. Ich versuche an einigen Stellen einfach etwas mitzuspielen, muss erstmal die richtige Tonart finden, es gibt nämlich keine Noten. Nach ein paar falschen Tönen klappt es dann ganz gut und ich erhalte Applaus von der Mannschaft. Auch wenn ich nicht immer Zeit für die Proben finde, mit dieser Band zusammen zu spielen, macht einfach Spaß und man hat sofort gute Laune. Diese schaffen Sie auch phänomenal auf das Publikum zu übertragen, wie sich bei den Konzerten in der Bierstube gezeigt hat. Die Stimmung war hier schon beim ersten Song besser als auf so manchem Rock- oder Popkonzert großer Stars. Ein besonderes Highlight war dann auch die professionelle Song-Aufnahme im Kloster Benediktbeuern. Einen ganzen Samstag hat die Band hier verbracht, um Studioatmosphäre zu schnuppern und „Hotel California“ von den Eagels aufzunehmen. Ein einziger Song an einem ganzen Tag mag wenig klingen, wenn man aber den Aufwand betrachtet, den das Aufnehmen und Schneiden kostet, ist das eigentlich ein gutes Ergebnis, das sich sehen und besonders hören lässt. Die Eagles wären bestimmt begeistert. Schade nur, dass ein Großteil der Schüler mit dem Abitur dieses Jahr die Band verlässt. Spielst du ein Instrument? Wir brauchen dringend einen Schlagzeuger! Klavier wäre auch nicht verkehrt und Blasinstrumente sind immer willkommen. Vielleicht singst du auch gerne oder willst ein bisschen deine Rockstarseite ausleben. Komm vorbei, wenn du Lust hast. Es lohnt sich!

Mathias Braun