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Endlich Ferien – auch in St. Matthias

Am letzten Julitag war auch im Gymnasium und Kolleg St. Matthias in Waldram
letzter Schultag. Doch bevor Schüler, Lehrer und Hauspersonal in die wohlver­
dienten Ferien und Urlaubswochen starteten, absolvierte die Schulfamilie in den
letzten beiden Tagen noch ein volles Programm.
Am Donnerstag war traditionell der SMV-Tag anberaumt: Gestalten an den an­
deren Taqen des Schuljahres die Lehrer das Unterrichtsgeschehen, nehmen an
diesem Tag die Schüler das Zepter in die Hand. Diesmal gab es keine Works­
hops, keine Kurse, keine Aktionen – das Team um Schulsprecherin Alena Hölting
hatte sich eine Waldram-Rallye in Form einer Bilder-Schnitzeljagd ausgedacht.
Acht Schülergruppen mit zugelosten Lehrkräften machten sich nach der tradi­
tionellen Ehrung verdienter Schüler und Lehrer auf die Wanderung an die Isar und an ausgewählte ‘Locations’ im Wolfratshauser Ortsteil. An ‘Stationen’, die von Mitgliedern der SMV besetzt waren, mussten Rätsel gelöst, Geschicklichkeitsü­bungen absolviert und vor allem die Fotos auf der Bildergalerie gefunden mit dem Handy fotografiert werden. Und da auch die moderne Kommunikationstechnik an einer katholischen Schule nicht vorbeigeht, schickte jede Gruppe die ge­schossenen Fotos an die SMV-Zentrale. Gegen 11 Uhr trudelten die letzten Grup­pen ein und mussten müde und abgekämpft auch noch über eine Slackline ba­lancieren, um möglichst viele Punkte zu sammeln.
Leider wurde die Gruppe mit den besten und kreativsten Ideen mit dem Makel
,Bscheißer’ versehen und auf den letzten Platz verwiesen: Während alle anderen mit zwei Tafelschwämmen Wasser aus der Isar über eine Menschenkette in ei­nen Eimer sammeln mussten, bis dieser Eimer voll war, kamen unsere ,Sieger der Herzen’ auf die grandiose Idee, zwischen die Schwämme Steine zu schmuggeln, um so in kurzer Zeit ein besseres Ergebnis mit höherer Verdrängung zu erzielen.
Aber wie so oft war Undank der Welt Lohn – doch zumindest wurden die ,Herz­
blätter’ bei der Siegerehrung als erste genannt: Ein guter achter Platz ist ja auch nicht zu verachten!
Zu Spezialitäten vom Grill und leckeren Salaten und Kuchen spielte die fast schon legendäre Schulband um Chemielehrer und Bandleader Hans Bobe – leider zum letzten Mal mit den Abiturienten Susanne Wolff und Christoph Kopitzki (Gesang).  Das Repertoire reichte von "Lady Madonna" der Beatles und "Je Veuz" von ZAZ bis zu Status Quo und deren "Rockin’ all over the World". Höhepunkte waren oh­ne Zweifel "Summertime" mit der unvergleichlichen Susanne Wolff, dem "St.-Mat­thias-Song" und "I Sing a Liad für Di" mit Christoph K. am Mikro und "Little Talks" von Munsters and Men. Ein tolles Live-Konzert!
Am Freitag spielte die Band dann in der Seminarkirche beim Schlussgottesdienst
"Knockin’ on Heavens Door" – eine umjubelte Einstimmung in hoffentlich sor­
genfreie und erholsame Ferienwochen. Dann wurde aufgeräumt, und los ging’s.
Doch halt – vorher gab es auch in St. Matthias noch Zeugnisse!!!

Quelle: Isar-Kurier, Nr. 32, vom 08.08.2015, S. 20

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Ramadama, Tafel, Turnen mit Senioren

"Non scholae, sed vitae discimus" – schon früh lernen die Lateinschüler, dass man nicht für die Schule, sondern für das Leben lernt. Das Gymnasium und Kolleg St. Matthias trat dafür zum zweiten Mal den Beweis an: Der „Unterricht“ an diesem Sozialen Tag fand überwiegend im Freien und außerhalb der Schule statt.
Eine Gruppe brach mit dem Isar-Ranger zum nahen Fluss auf, eine andere Gruppe zog die orangefarbene Warnwesten an und begab sich zum Ramadama am Radlweg entlang der B11. Während der Missionskreis St. Matthias im kühlen, schattigen Schulhaus blieb, um Entwürfe für Kerzen zu fertigen, wagte sich eine weitere Gruppe zum Ponyhof, eine andere fuhr zum Inselhaus nach Eurasburg und eine weitere zum Isar-Loisach-Wohnpark, um mit den Bewohnern zu turnen.
Im nahen Pfarrheim St. Josef der Arbeiter wurden 40 bis 50 Gäste zum Generationenfrühstück an festlich gedeckten Tischen erwartet. Während im Keller noch geturnt wurde, weihten mehrerw Profis die Schüler in die Geheimnisse einladender Wurst-, Käse- und Gemüseplatten ein. Lena Schatz und Agnes Föppl brachen zur Bücherei Wolfratshausen auf, um das Team um Leiterin Andrea Poloczek zu unterstützen. Eine Gruppe nahm die neue Waldorfschule am Geretsrieder Malvenweg unter die Lupe.
Eine ganz spannende und eindrucksvolle Erfahrung machten vier Schüler zusammen mit ihren drei begleitenden Lehrern. Im Wolfratshauser Jugendzentrum La Vida halfen sie den ehrenamtlichen Mitarbeitern beim Aufbau und bei der wöchentlichen Ausgabe. Dessen Leiter Fritz Meixner stellt der Geretsrieder-Wolfratshauser Tafel jeden Mittwoch seine Räumlichkeiten zur Verfügung. Und so ganz nebenbei erzählten der Tafel-Vorsitzende Peter Grooten und sein Stellvertreter Eduard Engelhardt viele Fakten und Details über den Verein.
Ein eigenes Team war am Vormittag damit beschäftigt, Salate zuzubereiten, denn ab 12 Uhr wurde im Innenhof der Schule der Grill angeheizt. Bei Fleisch- und Wurstspezialitäten durften sich Schüler wie Lehrer von den Strapazen des heißen Vormittags erholen und mit Wasser und Schorle den doch arg gesunkenen Flüssigkeitsspiegel wieder anheben. <xml></xml>

Dieter Klug

Quelle: Isar-Loisachbote, Nr. 173, 30.07.2015, Lokales S. 3

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Kleinkunst – ganz groß

Erfreulich viele Gäste, darunter zahlreiche Waldramer, kamen am kürzlich in die Aula des Seminars St. Matthias, in der viel Musik aller Epochen und Stilrichtungen geboten wurde. Schüler der 11. Klasse hatten diesen Abend ganz alleine organisiert. Der Eintritt war frei, doch Spenden kamen der Kasse der angehenden Abiturienten zugute.
Jonathan Wanner begrüßte als Moderator die Gäste, unter denen auch einige Lehrer waren. In der ersten Reihe saß sein Bruder Daniel, mit dem er später am Flügel Platz nehmen sollte. Als erste kündigte er Alina Boyan (Klavier) an, die  – ganz umsonst von Lampenfieber befallen – in die „Fabelhafte Welt der Amelie“ entführte und danach und mit viel Fingerspitzengefühl Frederic Chopins „Regentropfen-Prelude“ spielte, die auch die dunklen Schauer zu einem erfrischenden Vergnügen werden ließ. Zum Schluss bot sie den Klassiker „Claire de Lune“ – ein leises, melancholisches Kleinod für’s Klavier.Seminarist Martin Schinagl spielte als Solist am Flügelhorn zunächst eine Passage aus dem Präludium in D-Dur von Marc-Antoine Charpentier, besser bekannt als „Eurovisionsmelodie“ – einfühlsam und fehlerlos. Danach rührte er mit „Nessajas Lied“ aus Peter Maffays „Tabaluga“ das Herz der ewig junggebliebenen Kinder. Kurz vor der Pause schloss sich Franziska Rückerl (Geige) an, die die irische Ballade „The Wind that shakes the Barley“ darbot – unter diesem Titel gibt es auch einen sehenswerten Antikriegsfilm aus dem irischen Unabhängigkeitskrieg aus dem Jahr 2006. Zudem brachte sie den   „Ungarischen Tanz Nr.5“ von Johannes Brahms‘ zu Gehör.
Wunderbar schmeichelnd und bezaubernd verführte Franziska Rückerl im Anschluss das Publikum mit der Filmmusik zu „Fluch der Karibik“ und „Concerto in B minor“ des Geigers und Violinlehrers Oskar Rieding.
Ein weiterer Höhepunkt war zweifellos Antonia Vieweg: Wie einst Joan Baez nahm sie ihre Gitarre, setzte sich ans Mikro und sang mit dunkler, klarer Stimme Ed Sheerans „I see fire“. Ganz still war’s am Ende in der Aula, bevor der Applaus losbrandete: Einst sagn Ed Sheeran für die Queen, Antonia Vieweg für das Waldramer Publikum – einfach Klasse. Schade, dass es nur noch „Too Close“ von Alex Clark gab, ein ganzer Liederabend mit dieser Stimme und dieser Gitarre – das wär’s gewesen!
Zu guter Letzt betrat Gaststar Daniel Wanner die Bühne und spielte „All of me“ von John Schmidt. Zusammen mit seinem Bruder Jonathan intonierten sie „Ziemlich beste Freunde“ und spielten vierhändig „What I’ve done“ von Linkin Park. Ein toller Auftritt – hoffentlich nicht der letzte.

Dieter Klug

Quelle: Isar-Loisachbote, Nr. 173, 30.07.2015, Lokales/Kultur S. 6

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Rückkehr an des Ort des Lichts

„Nach Waldram kommen ist immer ein bisschen nach Hause kommen“, sagte der Primiziant bei seiner Begrüßung in der festlich geschmückten Seminarkirche. „Zwar steht die alte Schule nicht mehr, und Waldram hat seit meinem Weggang sein Gesicht dramatisch verändert, doch ist die Seminarkirche noch dieselbe, in der ich jeden Tag war.“
Ehemalige Seminaristen sowie aktuelle Schüler haben vor kurzem mit der Schul- und Seminargemeinschaft in der Kirche St. Matthias ein, um mit Neupriester Bernhard Pastötter (Abitur 2007) dessen Nachprimiz gefeiert. Pastötter  gehört der Augustiner-Chorherren-Propstei Paring an und legte 2011 die Ewige Profess ab. Auch ehemalige Lehrer wie Gerhard Gesierich, Dr. Gottfried Noske und Hanns Mittermeyer waren bei der festlichen Messfeier des ehemaligen Zöglings dabei.
Zu Pastötters einführenden Worten passte die Lesung aus dem Buch Exodus, die sich mit Moses am Dornbusch befasste. Das Evangelium nach Matthäus gab der Hoffnung auf ein gutes, gelingendes Leben Ausdruck: „Kommt alle zu mir…, denn mein Joch drückt nicht, und meine Last ist leicht. Seine Predigt begann der Primiziant  locker-spöttelnd: „Heuer bin ich der einzige bei der Nachprimiz, und jetzt muss ich alles alleine machen, bin nicht nur Hauptzelebrant, sondern darf auch noch predigen“.
Diese „Last“ bewältigte er spielend. Er blickte auf die wechselvolle Zeit der Prüfung seiner Berufung in St. Matthias zurück: Anfangs wollte er ganz normaler Priester werden, doch eines Tages ereilte ihn der Ruf in die klösterliche Gemeinschaft der Augustiner-Chorherren. „Für mich war Waldram nie nur der Ort, wo man das Abitur (nach)machen kann, sondern auch der Ort, wo man sich auf den Weg zu Gott machen kann.“
Gott ist das Licht, diese Erfahrung machte nicht nur Mose am Dornbusch, sondern auch Bernhard Pastötter, der das Seminar St. Matthias als einen solchen Ort des Lichts empfand. Er verknüpfte seinen Dank mit der Bitte an die Verantwortlichen, alles zu tun, damit St. Matthias in Zukunft von mehr jungen Männern belebt wird.
Danach feierten alle in der festlich eingedeckten Aula und im Seminarhof das traditionelle Sommerfest – mit einem Büffet des Teams der Hauswirtschaft und Grillspezialitäten der beiden Haustechniker Leonhard Hohenadl und Marius Wlodek. Unter den Gästen waren auch einige Stadträte und der Regens des Münchner Priesterseminars Dr. Wolfgang Lehner mit einer Gruppe Seminaristen.
Zum Abschluss lud die Schulband zum Tanzen und Zuhören ein. Die musikalische Bandbreite reichte von den Beatles („Hey Jude“) über Olli Murs bis zu den Klassikern CCR und Status Quo.

Dieter Klug

Quelle: Isar-Loisachbote, Nr. 168, vom 24. Juli 2016, Lokales S. 3

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Preisträgerinnen

Die Schüler und Schülerinnen besuchen St. Matthias, um die allgemeine Hochschulreife zu erwerben. Dass neben dem Schulstress noch Zeit bleibt für Hobbies und andere Interessen, entnehmen wir der Tageszeitung:

Zwei unserer Schülerinnen, Melissa Ackermann und Sara Faltenbacher haben die beiden ersten Plätze beim Wettbewerb „Die schönsten Mai-Madln 2015“ des Münchner Merkur belegt. Außerdem hat unsere Abiturientin Gillian Sherrylyn Brus bei einer anderen „Challenge“ gewonnen.
Herzlichen Glückwunsch an alle drei!

Thomas Erhard

Quellen:
Isar-Loisachbote, Nr 156, 10. Juli 2015, Lokales S. 1
Isar-Loisachbote, Nr 157, 11./12. Juli 2015, Lokales S. 5

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Defibrillator an der Schule steht auch Waldramern zur Verfügung

Jeder Mensch verliert statistisch gesehen im Laufe seines Lebens vier ihm nahestehende Menschen durch den „plötzlichen Herztod“. In Deutschland fordert er jährlich rund 100000 Opfer. Betroffene könnten aber gerettet werden, gäbe es nur flächendeckend zugängliche Defibrillatoren. Deshalb kam am Gymnasium und Kolleg St. Matthias vor rund drei Jahren die Idee auf, einen Defibrillator anzuschaffen. Wolfratshausen besitzt bislang nur eines der Geräte, am Marienplatz. Deshalb könnte er nicht nur der Schule zugute kommen, sondern allen Bewohnern Waldrams. Die Finanzierung übernahmen je zur Hälfte die Stadt Wolfratshausen und der Freundeskreis St. Matthias. Seit Mitte Juni ist der Defibrillator in Betrieb. Er befindet sich in der Nähe des Schuleingangs bei den Fahrradständern. Der dritte Bürgermeister der Stadt, Helmuth Holzheu, und die Vertreter der Schule freuten sich über die sinnvolle Anschaffung.

Quelle: Süddeutsche Zeitung, Nr. 145, 27./28. Juni 2015, S. R9

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Bereit für ein selbstbestimmtes Leben

Die Vergabe der Abiturzeugnisse am Waldarmer Sankt Matthias Kolleg und Seminar war von Herzlichkeit und gegenseitiger Wertschätzung zwischen Absolventen und Lehrern geprägt. Von 51 Schülern, die zu den Prüfungen angetreten waren, bestanden 50. Herausragende Leistungen erbrachten die Jahrgangsbesten Veronica Schwarz und Florian Steinsberger, jeweils mit 1,2. Von 37 Schülern des Gymnasiums haben elf im Schnitt eine Eins vor dem Komma, am Kolleg dies drei von 14. Manfred Grimm legte mit 1,3 das beste Abitur der Kollegschüler ab. Die Schüler bedankten sich herzlich bei allen Lehrern und anderen Mitarbeitern der Schule für die Zeit, die sie dort hatten. Zu Beginn der Feier führten Manuela Englbrecht, Veronika Fritsch und Anna Seidel einen Tanz auf. Schulleiter Claus Pointner stellte ein Theorie auf, wie das Jahr 2025 aussehen wird. Laut ihm wird es dann wieder G8 geben, die sich kostengünstig auf einer griechischen Insel treffen würde, der FC Bayern München werde zum neunten Mal Champions League gewinnen und die jetzigen Absolventen der Schule, die sich dann zum zehnjjährigen Jubiläum ihres Abiturs treffen, werden angesehene Mitglieder der Gesellschaft sein: „Der Weg in diese Zukunft beginnt für Sie heute“, sagte Pointner. Die Abiturientensprecher Alexandra Probst und Rik Nagel stelleten in Form eineres Märchens die Schule als Burg und die Lehrer als erfahrene Krieger im Kampf gegen die Bestie „Bitur“ dar, die so furchtbar ist, dass sie nur „Aah Bitur“ genannt wird.

Quelle: Süddeutsche Zeitung, Nr. 145, 27./28. Juni 2015, S. R7

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Keine Angst vor dem Monster „Bitur“

„Bildung ist das, was übrig bleibt, wenn man alles Gelernte vergessen hat.“ Dr. Sandra Krump hatte für ihre Rede bewusst ein „provokantes Zitat“ gewählt. Damit wollte die Ordinariatsdirektorin den Absolventen klarmachen, dass ihnen das Lernen und Vorbereiten für das Abitur mehr gebracht hat, „als nur ein Zertifikat“. „Denn alle Hürden und Hindernisse, die Sie genommen haben, bleiben als Erfahrung erhalten. Diese Erlebnisse werden Ihnen zu einem gutem und gelingenden Leben verhelfen.“ Krump freute sich, „in die Gesichter von 50 gebildeten und geprägten Menschen zu blicken.“
„Ein Hoch auf uns“, stimmten die Schüler ein Lied von Andreas Bourani an, „ein Hoch auf das, was vor uns liegt“. Das, was noch kommt, malte sich Schulleiter Claus Pointner so aus: „2025 hat der FC Bayern das neunte Mal die Champions League gewonnen, die G7 sind wieder die G8. Sie treffen sich kostengünstig auf einer kleinen Insel vor Griechenland und auf dem ersten Klassentreffen dieses Jahrgangs treffen sich Ärzte, Wissenschaftler, Lehrer und Anwälte.“
„Sie sind die Macher und Former der Zukunft“, sagte Zweiter Bürgermeister Fritz Schnaller. „Ich habe nur eine Bitte: Formen Sie sie gut. Bringen Sie sich ein, engagieren Sie sich sozial.“ Schmunzelnd fügte er hinzu: „Wenn Sie ganz viel Mut haben, dann können Sie sich auch politisch engagieren.“ Es sei ein Glück, in einem freiheitlichen, demokratischen Staat zu leben. „Um das aufrecht zu erhalten, braucht es aber Ihren Einsatz und Ihr Engagement.“ Schnaller, der Rathauschef Klaus Heilinglechner vertritt, überbrachte den Absolventen im Namen der Stadt Glückwünsche.
Die verabschiedeten sich auf ihre ganz eigene Weise. In einer Märchengeschichte nahmen die Schülersprecher Rik Nagel und Alexandra Probst ihre Lehrer aufs Korn. Sie handelte vom Kampf gegen das Monster „Bitur“. Aus Angst setzten die Menschen ein ängstliches „Aaaaah“ vor den Namen. Außerdem zeichneten Nagel und Probst ihre Lehrer mit kleinen, Oscar-ähnlichen Figuren für Dinge wie „das drolligste Lachen“, „den längsten Lösungsweg“ oder „das beste Vorlesen“ aus. Paul Schlott umrahmte die Abschiedsfeier musikalisch mit dem Lied „Au revoir“, das er – begleitet von Daniel Frerichs am Cajon und Lehrer Damian Schwider am Flügel – vor der Zeugnisverleihung zum Besten gab.
Zur Überraschung aller Anwesenden bestellte Schulleiter Pointner bei dieser allerdings nicht die Schüler , sondern ihre Lehrer auf die Bühne. Der Hintergrund: Bei der traditionellen 100-Tage-Feier, die die Schüler hundert Tage vor der ersten Abschlussprüfung ausgerichtet hatten, hatten einige Schüler ihre Lehrkräfte parodiert. Die nahmen es wiederum mit Humor und überreichten gestern ihren Doppelgängern ihr Abschlusszeugnisse. Die Schüler, die bei der 100-Tage-Feier keinen Lehrer gemimt hatten, wurden stattdessen mittels einer Beschreibung auf die Bühne gebeten.

Dominik Stallein

Quelle: Isar-Loisach-Bote, Nr. 145, 27./28. Juni 2015, Lokales S. 3

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“Ab auf die nächste Insel”

Insgesamt 50 junge Frauen und Männer haben am Freitag am St. Matthias Gymnasium und Kolleg in Waldram ihre Abiturnoten erfahren. Zumindest für die Besten unter ihnen kamen überraschende Ergebnisse zustande. "Das ist so cool", jubelte Veronica Schwarz. "Dass es so gut wird, hätte ich nicht gedacht", sagt sie im Gespräch mit unserer Zeitung. Mit 1,2 erreichte die 20-Jährige aus Dettenhausen (Gemeinde Egling) in diesem Jahr die beste Note aller weiblichen Abiturientinnen.
Ebenfalls 1,2 schaffte bei den Abiturienten Florian Stensberger. Mit acht Punkten Vorsprung auf die nächste Note (13 waren es bei Veronica Schwarz) legte der junge Mann aus Sibichhausen bei Berg (Landkreis Starnberg) in
diesem Sommer das beste Abi in Waldram hin. Dritte auf dem Siegertreppchen des Gymnasiums ist Susanne Wolff. Die Starnbergerin (20) erreichte die Note 1,4. Von insgesamt 37 Schülern am Gymnasium St. Matthias steht bei elf im Abiturzeugnis eine Eins vor dem Komma.
Am Kolleg dürfen sich drei von den insgesamt 14 Absolventen über ein Einser-Abitur freuen.
"Ab auf die nächste Insel", verabschiedete Oberstufenkoordinator Dieter Klug Manfred Grimm, der mit Note 1,3 das beste Kolleg-Abi hingelegt hatte. Nachdem er vor dem Abi eine Druckerlehre absolviert hatte, strebt der 23-Jährige aus Kühbach bei Aichach nun ein Theologie­ und Philosophie-Studium an. Zweitbeste am Kolleg war Alexandra Probst aus Geretsried mit der Note 1,8. Die gelernte Biotechnologie-Technikerin peilt als nächsten Schritt ein Philosophie-Studium an. "In Augsburg Theologie studieren" will Markus Kraus. Der 27-Jährige kommt aus Friesenried bei Kaufbeuren und liegt mit Note 1,9 auf Rang drei im Kolleg. "Wir sind natürlich erleichtert, dass wir das geschafft haben. Das war das Ziel", so die drei Kolleg-Absolventen einhellig.
"Jrgendwie ist schon eine Last von uns abgefallen": Dieser Meinung sind auch die Top-Drei des Gymnasiums, die ihre nächsten Etappen klar vor Augen haben. Schwarz und Stensberger wollen Ingenieurswissenschaften studieren. Susanne
Wolff zieht es nach Augsburg, wo sie Französisch studieren will. Alle sechs sind sich nach "schönen Jahren" an einer "super Schule" einig: "Jetzt ist es Zeit für was Neues."

Rudi Stallein

Quelle: Isar-Loisachbote, Nr. 134 vom 15. Juni 2015, Lokales, S. 2

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Schulkreuzweg 2015 in St. Matthias Wolfratshausen-Waldram

Der Schulkreuzweg hat am Gymnasium und Kolleg St. Matthias eine lange Tradition: Am Donnerstag vor Beginn der Osterferien, in der letzten Stunde des Vormittags-Unterrichts, bricht die ganze Schulfamilie auf, um dem Leiden und Sterben Jesu Christi nachzufolgen. Dieses Jahr nahmen die Organisatoren, die beiden Religionslehrer Simon Fritz und Maximilian Heisler zusammen mit Seminardirektor Pfarrer Martin Schnirch den "Veroneser Kreuzweg" wieder auf, der schon 2006 den Impuls gab.Im Kreuzweg aus Verona, auch der Heimat von Romeo und Julia, stimmt der Ortsbischof die Menschen auf die Karwoche ein und verbindet künstlerische und kulturhistorische Ausdrucks- formen: Der Bischof trägt am späten Abend das Kreuz über die schönsten Marktplätze der Stadt, begleitet von einer Gruppe von Darstellerinnen und Darstellern, die, weiß geschminkt und in weiße Gewänder gehüllt, die einzelnen Stationen in lebenden, statuarischen Bildern "verkörpern". Dazu wird gebetet und gesungen. Wie einst in Jerusalem pilgert das ‘Volk’ mit oder übernimmt die Rolle als Zuschauer, teils interessiert, teils unbeteiligt und gelangweilt.Nach diesem Vorbild wurde St. Matthias, nach 2006, ein zweites Mal Bühne eines Bei-Spiels, nicht als Kopie, sondern in einer ganz eigenständigen Fassung. Diese Form des "theatrum sacrum", die Verbindung von Tradition und zeitloser Abstraktion scheint geeignet, um ein Geschehen, das im Grunde ein jeder kennt und von dem jeder die Eckdaten weiß, wieder als Ärgernis und Torheit (vgl. Apostel Paulus), als Störfaktor kenntlich zu machen. Aber auch als Weg durch Schmerz und Dunkelheit zur Fülle des Lebens, als Weg durch die Engstellen des Lebens zur Freiheit, zur Erlösung im Sinne des Mitgehens.
Neue Impulse im ‘Kreuzweg 2015’ setzte das Ensemble etwa mit Jesus, der diesmal eine leuchtendrote, glänzende Gesichtsmaske trug, sowie ein ‚dunkler Begleiter‘ in Lederjacke, der die Rolle des Pontius Pilatus übernahm, der seine Hände ‚in Unschuld wusch‘. Die letzte Station war in der Seminarkirche erreicht, wo das nun leere Kreuz nach dem Weggang von Jesus zur Reflexion anregte. Und auch diesmal war allen Beteiligten bewusst, dass die gezeigten Meditationen nur Moment-aufnahmen darstellten und fragmentarisch bleiben mussten, weil die wirkliche Tiefe des Geschehens nie ganz auszuschöpfen ist, manches letztlich ungesagt bleiben muss.
Und was bleibt? Die ‚Schöpfer des Spiels‘ sind sich sicher, dass es vermessen sei, dass alle Schülerinnen und Schüler und ihre Lehrer, „die zu diesem Schauspiel (!) herbeigeströmt waren und sahen, was sich ereignet hatte“, sich an die Brust schlugen und betroffen weggingen, wie der Evangelist Lukas schreibt (Lk 23,48). Aber wenn sich zumindest dauerhaft die Erinnerung an eine ungewöhnliche (Schul-)Stunde der Andacht hält, kann Ostern kommen.

Quelle: Isarkurier, Nr. 14, vom 1. April 2015, S. 20

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